Die Auswahl an Systemen zum Erstellen einer Webseite ist immens. Bekanntlich führen unterschiedliche Wege zum Ziel, doch kann es vorkommen, dass man sich in diesem Dickicht an Angeboten verirrt. Daher ist es wichtig – und insbesondere wenn das Erstellen von Webseiten nicht bloss ein Hobby ist – sich für ein paar wenige Tools zu entscheiden. In diesem kurzen Überblick möchte ich euch vorstellen, welches meine Wahl ist, und wann ich welches “Programm” einsetze.

Wichtige Faktoren zur Auswahl sind folgende:

1. Wieviele Leute sollen die Webseite bearbeiten können

Wenn mehr als 1 Person Änderungen an der Webseite vornehmen können sollen, kommt man um ein Redaktionssystem kaum herum. In einem früheren Beitrag habe ich schon verschiedene Systeme evaluiert. Kurz meine Wahl: Concrete5 und WordPress. Wann ich mich für welches Tool entscheide, erfahrt ihr weiter unten.

2. Wie umfangreich soll die Seite werden

Umfangreiche Webseiten sind mit einem CMS-System oft einfacher zu realisieren, als mit purem HTML/CSS. Natürlich gibt es einige Programme, die die Arbeit bei der Verwaltung erleichtern, doch liegt es auf der Hand, für grössere Projekte ein flexibles und oft plattformunabhängiges System zu wählen.

3. Welche Komponenten soll die Seite beinhalten

Wenn nur eine einfache Webseite erstellt werden soll, genügt in der Regel eine einfache, statische Webseite. Sobald aber Komponenten wie Webshop, Blog, Kalender usw. hinzu kommen, fährt man mit einem CMS-System besser, da dieses in der Regel schon viele Erweiterungen dazu bieten. Besonders die Plugins von wpmudev.org für WordPress bieten sehr viele Möglichkeiten

4. Wieviel Vorwissen ist vorhanden

Natürlich ist das Wissen bei der Gestaltung und Wartung von Webseiten wichtig. Es gibt sehr einfache und auch gute Editoren, mit welchen man schnell eine eigene Webseite erstellt hat. Andere Systeme verlangen in der Regel ein grösseres Wissen im Umgang mit Computern oder auch Websprachen (HTML/PHP/Javascript).

Wie gehe ich persönlich bei der Auswahl vor?

Eine einfache Seite

Die ersten Fragen zu einer Webseite betreffen meist den Umfang der Seite, und ob die Seite durch jemand anderen als durch mich bearbeitet werden können soll. Für eine einfache Seite ist es für mich immer noch am besten, die Seite als reine HTML/CSS Seite zu gestalten. Eine solche Seite wird schnell geladen, ist einfach zu administrieren und ich bin am flexibelsten, was das Design angeht. Die Seite selber zu programmieren heisst auch, dass ich genau weiss, wie diese aufgebaut ist. Welche Programme man dafür benutzt hängt sicher von den persönlichen Vorlieben ab. Ich werde in weiteren Beiträgen meine Lieblinge genauer vorstellen, doch hier kurz die Liste meiner eingesetzten Tools:

  • Textmate: ein Texteditor mit vielen Möglichkeiten (Version 2 ist OpenSource und daher kostenlos: Download hier)
  • Espresso: ein Rundum-Sorglos Paket für HTML/CSS Dokumente
  • CodeKit: Mit SASS geht das Erstellen von CSS Dokumenten einfacher und schneller.
  • OpacitySketch und Photoshop für die Bilder
  • Tower für die Versionskontrolle mit Git
  • YummyFTP um die Dateien auf den Server hoch zu laden
  • Zum Testen der Webseite benutze ich erst mal alle modernen Browser. Dabei verwende ich auch Parallels um die Seite im InternetExplorer zu testen (IE8, IE9, IE10). Neu gefunden habe ich das Angebot von saucelabs.com, mit welchem man Webseiten in vielen Systemen testen kann (Windows, Linux, Mac, Android, iOS, …).

Jeder ist ein Webdesigner: RapidWeaver

Ihr werdet hier sicher schon öfters auf das Programm RapidWeaver gestossen sein. Dieses Programm erlaubt es jedem in sehr kurzer Zeit eine eigene Webseite zu erstellen und zu veröffentlichen. Die Nachteile dabei sind, dass man auf bestehende Vorlagen angewiesen ist (sofern man keine Ahnung von HTML/CSS hat) und man auch nicht sehr flexibel ist. Ausserdem gibt es dieses Programm nur für den Mac. Will man aber einfach schnell seine Bilder ins Web stellen oder ein kleines Portfolio kreieren und besitzt einen Mac, lohnt sich vielleicht ein Blick auf dieses Programm.

Das einfache CMS: Concrete5

Concrete5 ist ein OpenSource CMS, welches sehr einfach in der Handhabung ist. Wenn immer ein CMS benötigt wird und auf umfangreiche Komponenten verzichtet werden kann, empfehle ich dieses Tool. Erstens ist es für den Benutzer sehr angenehm zu bedienen und zweitens sind Designs für dieses CMS sehr schnell erstellt (sofern man von HTML/CSS eine Ahnung hat). Ein Webdesign in eine Concrete5 Vorlage zu migrieren ist mit relativ geringem Aufwand gemacht und senkt auch so die Entwicklungskosten enorm.

Das CMS, welches keine Wünsche offen lässt: WordPress

Wenn man einen Webshop aufbauen will oder gar eine ganze Community-Seite erstellen will, kommt man mit Concrete5 schnell an die Grenzen. WordPress ist für mich die Wahl, wenn es darum geht, spezielle Kundenwünsche abzudecken. Der Vorteil von WordPress ist nämlich, dass es sehr weit verbreitet ist und daher eine unglaubliche Menge an bestehenden Erweiterungen bietet. Dafür ist es nicht ganz so einfach in der Bedienung wie Concrete5 und die Entwicklung einer WordPress Vorlage braucht deutlich mehr Zeit. Momentan bin ich gerade dabei zwei Community-Seiten mit WordPress zu erstellen. Dabei haben mir die Erweiterungen von wpmudev sehr zugesagt. wpmudev ist ein Zusammenschluss von Programmierern und bietet eine grosse Zahl an wirklich tollen Plugins an. Da es sich nicht um eine Einmann-Firma handelt, kann man auch sicher sein, dass Support-Anfragen schnell beantwortet werden.

Fazit: Ich arbeite immer “von unten nach oben”, das heisst, ausgehend von den Kundenwünschen, entscheide ich mich für die einfachste Variante. Ein paar wenige Fragen führen in der Regel so schnell zum bestmöglichen System. Wichtig ist für mich auch der Merksatz: Entscheidend ist nicht, was der Kunde will, sondern was er braucht.

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