Mir geht es wie den meisten anderen Internetnutzern auch: ich benutze google – und das täglich. Ich kann mir eigentlich ein Internet ohne Google kaum noch vorstellen. Irgendwie beunruhigend, einzusehen, wie abhängig man von einer Firma ist. Beunruhigender wird die Sache noch, da Google immer wieder Mühe mit dem Datenschutz hat und seine Vormachtstellung politisch wie wirtschaftlich ausnutzt. Ganz geschweige von Menschenrechtsverletzungen (z.B. Zensur in China), welche Google tatkräftig unterstützt.
Ausserdem klar ist auch, dass Google täglich sehr persönliche Daten sammelt und ein Profil jedes Internetnutzers erstellt. Wenn einem dies bewusst wird, beginnt man unweigerlich, sich gewisse Fragen zu stellen: Warum benutze ich Google? Will ich Google weiterhin nutzen und unterstützen und wenn nicht: was sind die möglichen Alternativen? Ich versuche diese hier kurz zu beantworten.
Google überzeugt mich mit dem Angebot. Da ist natürlich erstens die wirklich brauchbare Suchfunktion zu erwähnen. Der Begriff “googlen” war sogar schon im “Duden” als “Suche im Internet” aufgeführt – wurde dann aber auf “Im Internet mit google suchen” korrigiert. Google war auch lange meine Startseite im Webbrowser. So konnte ich direkt mit dem Suchen loslegen. Zur Suche hinzu kommen weitere Angebote, welche ständig ausgebaut werden: gmail, Google Calendar, Google Docs, … Diese Angebote sind in der Regel sehr gut gemacht (auch wenn es bessere Alternativen gibt) und eigenen sich insbesondere, wenn man mit anderen im Team zusammenarbeiten will. Ich werde viele Funktionen sicher weiterhin nutzen, aber ich werde auch ganz klar gewisse Änderungen vornehmen:
1. Alternative Suchen verwenden
Es gibt schon Dutzende teilweise bessere Suchmaschinen als Google. Da sind einmal die ernsten Konkurrenten MSN und Yahoo zu nennen. Da hier jedoch auch wieder Firmen dahinter stehen, welche das Zeug zum Monopolisten haben bzw. haben könnten, ist zu bezweifeln, dass diese eine wirklich gute Alternative sein können. Hier folgt nun eine Liste einiger beachtenswerter Such-Anbietern. Ich empfehle, diese einmal kurz auszutesten:
http://eu.ixquick.com/deu
http://clusty.com
http://www.quintura.com
http://pagebull.com
http://www.hakia.com
http://kartoo.com
Desweiteren gibt es für den Mac ein Programm, welches sich darauf spezialisiert hat, im Internet Recherchen durch zu führen: Devon Agent. Dieses Programm lässt sich bis ins kleinste Detail anpassen. Nicht nur, dass man konfigurieren kann, welche Suchmaschinen man verwenden will, man kann sogar Suchsets definieren, bei welchen die Art der Suche angegeben werden kann. So kann man beispielsweise nur nach “Audiodateien” suchen lassen. Oder aber, man gibt einige Seiten an, welche nach gewissen Begriffen durchforstet werden sollen. Für jemanden, der oft Recherchen im Internet anstellt, ein sehr zu empfehlendes Programm.
2. Privatsphäre schützen
Immer die gleiche Diskussion: warum soll ich meine Privatsphäre schützen, ich mach ja nichts unrechtes. Diese Frage schiesst am Ziel vorbei, denn:
- man gibt ja auch nicht gerne jedem seine private Telefonnummer
- wenn der Briefkasten mit adressierter Werbung überschwemmt wird, ärgert man sich
- es geht nicht nur um einen selbst, sondern auch um andere. Man darf kein Fehlhandeln eines Unternehmens im Bereich Zensur und Menschenrechtsverletzungen akzeptieren.
Indem ich mich selbst schütze, schütze ich auch andere.
Nachdem ich mir ernsthaft Sorgen um diesen Punkt gemacht habe, machte ich mich auf die Suche nach Möglichkeiten, meine Privatsphäre im Internet schützen zu können. (Anm.: Klar: heutzutage gibt man gerne alles noch so Private preis, stellt es aufs Netz (z.B. Facebook) und fühlt sich verstanden und im Club aufgenommen.) Mir war schon früher bekannt, dass es gewisse Programme gibt, welche die IP-Adresse (das ist die Adresse des benutzten Computers) verschleiern. Denn aus dieser Adresse ist es möglich, genaue Angaben über einen Benutzer zu erhalten. Auf den ersten Blick sind es nur bescheidene Angaben, doch lässt sich auf Dauer daraus ein Profil erstellen und auch Spuren im Netz verfolgen.
Weiter sind solche Programme wichtig, um nicht in die Zensur zu fallen: so kann aus der IP-Adresse relativ genau der Aufenthaltsort bestimmt werden. Es reicht also gewisse IP-Adressen zu sperren, um eine Zensur zu ermöglichen. Verschleiert man jedoch diese Adresse, kann man trotz Zensur ungehindert auf gesperrte Seiten zugreifen.
Ein solches Tool, um diese Adresse zu verschleiern ist “Tor”, welches ich nun regelmässig einsetze:
http://www.torproject.org
Ich hoffe, es ist aus diesem Artikel klar geworden: ich bin nicht gegen Google aber gegen das Monopol, die Macht und auch den Missbrauch dieser Firma. Es gibt sehr gute Google-Alternativen und indem wir diese stärken, werden wir die Allmacht Googles schwächen und uns damit einer freieren Internet-Welt zuwenden. Klingt idealistisch und utopisch? Ist es vielleicht. Aber ich bin überzeugt, dass wir mit unserem Handeln im Kleinen Grosses bewirken können.
Meine Standard-Suchmaschine ist nun jedenfalls ixquick.