Es war Samstagabend: Da unsere 12-jährige Tochter absoluter Asterix-Fan ist, freuten wir uns auf die Ausstrahlung des Trickfilms “Asterix bei den Briten” auf Sat1.
Wir machten es uns auf dem Sofa so richtig gemütlich. Aber diese Gemütlichkeit wurde nach wenigen Minuten das erste Mal durch nervtötende Werbung gestört. Nach mehreren Werbeblocks war unsere gute Stimmung futsch. Unsere Verfassung schwankte zwischen aggressiv und depressiv. Wir haben uns schliesslich nur noch aufgeregt. Da war für uns klar, dass sich etwas ändern musste.
Nicht nur, dass die gefühlte Zeit an Werbung grösser war, als der eigentliche Film: was uns zusätzlich enervierte war die dauernde Einblendung von Werbebalken während dem Film (“Jetzt Original Handy Game runter laden”).
Dafür habe ich prinzipiell nichts gegen gut gemachte Werbung. Diese kann sehr unterhaltsam sein. Aber diese aggressive, unprofessionelle und diktatorische Art der Berieselung ist jenseits von Gut und Böse.
Natürlich müssen gute Filme im Fernsehen von Werbung unterbrochen werden. Niemand würde sich freiwillig diesen Schrott anschauen. Leider kann man sich den Werbepausen kaum entziehen.
Meine erste Idee war es, mir bewusst die vorgestellten Artikel zu merken und diese in Zukunft nicht mehr zu kaufen. Das war mir aber eindeutig zu aufwändig. Vielleicht wäre es eine Möglichkeit, eine Art “Werbe-Ingoranten Community” zu gründen: jeder kann da Werbeprodukte hinzu fügen. Je mehr eine Werbung gezeigt wird (und Filme von dieser unterbrochen wird), desto weiter oben kommt die Werbung bzw. das Produkt im Ranking. Anhand dieser Liste könnte man dann schnell sehen, welche Produkte es zu vermeiden gilt.
Etwas einfacher wäre die bewusste Vermeidung der schlimmsten Sender und sich nur noch auf Sender zu konzentrieren, welche kaum oder gar keine Werbung bringen (meist staatlich-subventionierte Sender). Ich habe aber auch keine Lust, mich hier ein zu schränken – obschon für mich klar die Qualität subventionierter Sender überzeugt.
Die Lösung, sich nicht mehr von der Werbung im TV überschwemmen zu lassen, war für uns jedoch sehr einfach: wir haben den Stecker gezogen und das Gerät im Keller verstaut. So stört es niemanden mehr und wir haben auf einmal viel mehr Zeit.