Erstellt am 9. Oktober 2009

Bier schmeckt besser als aus dem Glas: Die Wischi-Waschi Kultur

Ist es euch auch schon einmal aufgefallen: überall lauert die Relativität. Vieles ist besser, höher, billiger, schneller – ohne auch nur einen Bezug auf einen Sachverhalt zu nehmen, an welchem diese Begriffe gemessen werden könnten.
Die Schule muss besser werden, ein Unternehmen stärker, die Gesellschaft jünger und moderner. Ich frage mich da: “als was?”. Klar in einigen Fällen gibt es implizite Rückschlüsse, wie “Frauen fahren besser”. Ohne den Satz zu vervollständigen, wissen wir genau, wer dann schlechter fährt.
Aber es ist doch erstaunlich, wie oft relative Begriffe verwendet werden, ohne dass man die zusätzliche Information bekommt, an was etwas eigentlich gemessen wird. Die Wischi-Waschi-Kultur hält immer noch Einzug in jeden Bereich, sei das Schule, Politik oder Werbung.

Aber: wenn etwas besser ist, heisst das noch lange nicht, dass es auch gut ist. Schon rein von diesem Gedanken her, ist klar: gut ist oft besser als besser, oder billig billiger als billiger. Oder anders: nicht immer ist mehr besser.

Ich plädiere hier für einen besseren Umgang mit Sprache – oh, hoppla: für einen guten Sprachgebrauch. Ein sehr netter Beitrag leistet auch das Stupidedia dazu:

http://www.stupidedia.org/stupi/Relativ

Also liebe Werbler und Kreative: wenn ihr das nächste Mal etwas Schönes gestalten sollt, denkt bitte daran: gut ist meist besser.

VN:F [1.9.10_1130]
Rating: 0.0/10 (0 votes cast)
VN:F [1.9.10_1130]
Rating: 0 (from 0 votes)

Erstellt am 21. September 2009

Unsinniger Gebrauch von Bildern: Hier haben wir den Betrüger!

Heute musste ich schnell bei meiner Bank vorbei. Dabei fiel mir ein Prospekt ins Auge mit dem Titel “Enkelbetrug”. Da ich warten musste, habe ich die Broschüre kurz durchgeblättert und ich staunte nicht schlecht, als ich auf der zweiten Seite den Betrüger auf einem tollen Bild vor mir hatte. Es handelt sich dabei um eine schon etwas ältere, männliche Person, die auf den ersten Blick einen recht sympathischen Eindruck macht. Aber wir lesen, wie er einer armen Oma (die muss bestimmt schon über 100 Jahre alt sein), das Geld aus der Tasche nimmt. Pfui!
Oder habe ich da irgend etwas falsch verstanden?

Meiner Ansicht nach, wieder ein typischer unsachgemässer Gebrauch von Bildern, welche zwar hübsch an zu sehen sind, aber in diesem Fall nicht nur “nichts” aussagen, sondern sogar Fehlinformationen liefern.

Auf der dritten Seite sehen wir dann ein Bild, welches in die Rubrik “schöner Nonsense” fällt: Dieser Handschlag hat überhaupt nichts zu sagen und bezieht sich nicht einmal ein wenig auf den Inhalt. Solche Füllbilder tauchen überall auf und wir scheinen uns schon daran gewöhnt zu haben.


VN:F [1.9.10_1130]
Rating: 0.0/10 (0 votes cast)
VN:F [1.9.10_1130]
Rating: 0 (from 0 votes)

Erstellt am 29. Juni 2009

IKEA: Garantiert ohne mich

IKEA war wieder einmal Diskussionsstoff der letzten Tage bei uns. Angefangen hat es am Samstagabend: Bei einer alljährlichen Klassenzusammenkunft meinte ein Kollege: IKEA Küchen sind die besten Küchen, die es gibt. Da kriegt man sogar 25 Jahre Garantie.

Weiter lesen

VN:F [1.9.10_1130]
Rating: 0.0/10 (0 votes cast)
VN:F [1.9.10_1130]
Rating: 0 (from 0 votes)

Erstellt am 24. Juni 2009

Unwort und Unsitte der Design-Branche: People

Heute bin ich im iPhoto Archiv über ein schönes Bild gestolpert, welches mich sehr beeindruckt hat (siehe links). Es ist für mich bezeichnend für die landläufige Meinung, glückliche Menschen auf einem Plakat ist das A und O für eine positive Werbung. Für mich ist es einfach nur grauenhaft, unprofessionell und unkreativ. Sieht man sich im Web auf Firmen-Homepages um, so wird man bomardiert von diesen ausdruckslosen, nichtssagenden Bildern. Da ein Händeschütteln, hier ein abgeschnittenes Profil, cleane Geschäftspartner und hochstilisierte Familien.
Hat denn die Design- und Werbebranche nichts besseres zu bieten?

Weiter lesen

VN:F [1.9.10_1130]
Rating: 10.0/10 (1 vote cast)
VN:F [1.9.10_1130]
Rating: 0 (from 0 votes)

Erstellt am 11. Juni 2009

Den Kunden zu seinem Glück zwingen

Eine allgemeine und für mich sehr spannende Frage: soll man den Kunden zu seinem Glück zwingen? Schon oft musste ich erkennen, dass das Anliegen bzw. die Ansicht des Kunden sich leider nicht mit meinem Verständnis für gutes Design deckt. In der Design-Branche scheint es dabei ähnlich zu sein, wie bei der Kindererziehung oder im Computer-Support:

Weiter lesen

VN:F [1.9.10_1130]
Rating: 0.0/10 (0 votes cast)
VN:F [1.9.10_1130]
Rating: 0 (from 0 votes)