Erstellt am 15. Februar 2011

Warum ich einen Stift für mein iPad brauche

Kaum selten wird ein Thema so heiss diskutiert wie: “Stift fürs iPad: ja oder nein”. Von Seiten Apple ist es klar: der Stift hat ausgedient. Direkte Kontrolle via Touch-Screen heisst die Losung. Und viele stützen das Argument, ohne sich jeweils selber wirklich Gedanken darüber gemacht zu haben. Die Idee ist absolut revolutionär: weg vom Stift, hin zum Finger. Und doch habe ich mir am letzten Samstag bei Amazon zwei Stifte für mein iPad bestellt. Klar kann ich perfekt Surfen und E-Mails lesen ohne Stift, doch gibt es meiner Meinung nach Programme, für welche es ein grosser Vorteil ist, einen Stift zu benutzen.

Weiter lesen

VN:F [1.9.10_1130]
Rating: 8.8/10 (5 votes cast)
VN:F [1.9.10_1130]
Rating: +2 (from 2 votes)

Erstellt am 4. November 2010

Frauen werden am liebsten von Ausländern vergewaltigt

Zumindest, wenn man dem Plakat unserer Volkspartei Glauben schenken will. Steht doch da:

Ivan S., Vergewaltiger, bald Schweizer? Nein!

Wie lässt sich die neue Kampagne also interpretieren? Spielt es für Frauen wirklich eine Rolle, woher ihr Täter stammt? Oder zielt die Aktion eher auf Männer ab? Also so: Das ist ja unerhört, Vergewaltigung ist unsere Sache.
Sorry, Leute, aber ich weiss wirklich nicht, was die SVP mit diesem Plakat genau sagen will.

Nun, ich denke bestimmt zuviel. Das Plakat ist wahrscheinlich nicht für Leute wie mich gedacht, welche mehr als 9 Jahre Schulbildung hatten. Versuchen wir es einfacher: “Schweizer sind gut – Ausländer böse”, daher müssen die Ausländer wieder weg, damit die Schweiz wieder gut wird.

Dafür wäre die allereinfachste Lösung, kriminelle Ausländer zu verhindern, diese sofort einzubürgern.
Anscheinend sind bei uns ja nicht alle vor dem Gesetz gleich. Kriminelle Schweizer sind kein Problem.
Worauf warten wir also? Lasst uns Pässe verteilen!


VN:F [1.9.10_1130]
Rating: 6.5/10 (6 votes cast)
VN:F [1.9.10_1130]
Rating: +4 (from 6 votes)

Erstellt am 31. August 2010

Die Kinder vor die Glotze zwingen

Früher hat man noch ‘Eile mit Weile” gespielt, heute nur noch Gameboy, meinte ein Moderator fast wehmütig heute Morgen auf der gleichen Radiostation, welche seit gestern ein neues Format für die jungen Hörerinnen und Hörer aufgeschaltet haben.
Pirando wurde vom Zambo abgelöst. Dabei wurde schon zu Beginn klar, was eine der Hauptaufgaben dieser neuen Sendung sein soll: die Kinder vom Radio weg bringen, hin zur Glotze und zum Computer. Natürlich denken sich die Macher bestimmt, dass sich die Medienformate gegenseitig stützen werden, der Radiokonsum also keineswegs drastisch sinken wird. Im Schnitt dürfte diese Rechnung vielleicht sogar aufgehen, doch finde ich es äusserst problematisch, Kinder praktisch zum Konsum von TV und Internet nicht nur zu animieren, sondern beinahe zu zwingen. Wenn die Kinder keine Ahnung von Avataren und der neuesten Fernsehserie haben, bleiben diese ausgeschlossen.
Für uns ist klar: Kinder gehören ins Freie, sollen spielen und Erfahrungen mit anderen Kindern sammeln und nicht vor dem Bildschirm konsumieren.
Schade geht für uns ein Stück grossartiges Radio zu Ende, welches unsere Kinder immer fasziniert und erfreut hat. Das Programm war auch eine Ruhepause vor dem “zu Bett gehen” und hat den Kindern gezeigt, dass spannende Geschichten und gute Musik immer noch am besten gehört anstatt gesehen werden.


VN:F [1.9.10_1130]
Rating: 10.0/10 (3 votes cast)
VN:F [1.9.10_1130]
Rating: 0 (from 0 votes)

Erstellt am 30. November 2009

Legitimiert ein Mehrheitsentscheid Diskriminierung und Rassismus?

Nach dem gestrigen Sonntag kann ich mir nicht verkneifen, einen kurzen Kommentar dazu abzugeben. Die ganze Welt weiss, worum es geht (diese News waren sogar auf der Startseiten von CNN und BBC zu lesen): Die Schweiz hat mit 57% der Minarett-Verbots Initiative zugestimmt. Aus diesem Grund habe ich beschlossen, meine Haupt-Einnahme-Quelle, die Webseite http://www.rapid-ideas.com vom Netz zu nehmen und anstelle dieser eine Stellungnahme dazu abzugeben.
Die Diskussion lief heiss und es ist wichtig, über das Thema zu diskutieren. Die Hauptfrage, die sich mir dazu aufdrängt: Legitimiert ein Mehrheitsentscheid Diskriminierung und Rassismus? Denn genau darum ging es. Es ging nicht darum, einen unbedeutenden Baustopp gewisser Gebäudetypen zu verbieten, sondern ein klares Zeichen gegen eine Minderheit zu setzen. Da kann man noch lange bagatellisieren: diese Abstimmung brachte klar zum Ausdruck, dass wir Muslime mit ihrer Kultur in unserem Land nicht akzeptieren wollen, und das, obschon wir bis anhin keine wirklichen Problem mit dieser Minderheit hatten. Wohin dieser Weg führt, ist klar: weg von der Solidarität und unserer politischen Diplomatie und Neutralität, hin zu Diskriminierung und Abgrenzung.
Darf nun ein Mehrheitsentscheid grundlegende ethische und menschenrechtliche Werte abbauen? Genau um diese Frage geht es. Für mich ist die Antwort darauf klar.

Weitere Meinungen:
http://www.politblogger.net/pyrrhussieg/
http://www.scienceblogs.de/zoonpolitikon/2009/11/minarettverbot-in-der-schweiz-demokratische-perversion.php
http://www.zeit.de/politik/ausland/2009-11/schweiz-minarett-referendum


VN:F [1.9.10_1130]
Rating: 10.0/10 (1 vote cast)
VN:F [1.9.10_1130]
Rating: +2 (from 2 votes)

Erstellt am 9. Oktober 2009

Bier schmeckt besser als aus dem Glas: Die Wischi-Waschi Kultur

Ist es euch auch schon einmal aufgefallen: überall lauert die Relativität. Vieles ist besser, höher, billiger, schneller – ohne auch nur einen Bezug auf einen Sachverhalt zu nehmen, an welchem diese Begriffe gemessen werden könnten.
Die Schule muss besser werden, ein Unternehmen stärker, die Gesellschaft jünger und moderner. Ich frage mich da: “als was?”. Klar in einigen Fällen gibt es implizite Rückschlüsse, wie “Frauen fahren besser”. Ohne den Satz zu vervollständigen, wissen wir genau, wer dann schlechter fährt.
Aber es ist doch erstaunlich, wie oft relative Begriffe verwendet werden, ohne dass man die zusätzliche Information bekommt, an was etwas eigentlich gemessen wird. Die Wischi-Waschi-Kultur hält immer noch Einzug in jeden Bereich, sei das Schule, Politik oder Werbung.

Aber: wenn etwas besser ist, heisst das noch lange nicht, dass es auch gut ist. Schon rein von diesem Gedanken her, ist klar: gut ist oft besser als besser, oder billig billiger als billiger. Oder anders: nicht immer ist mehr besser.

Ich plädiere hier für einen besseren Umgang mit Sprache – oh, hoppla: für einen guten Sprachgebrauch. Ein sehr netter Beitrag leistet auch das Stupidedia dazu:

http://www.stupidedia.org/stupi/Relativ

Also liebe Werbler und Kreative: wenn ihr das nächste Mal etwas Schönes gestalten sollt, denkt bitte daran: gut ist meist besser.

VN:F [1.9.10_1130]
Rating: 0.0/10 (0 votes cast)
VN:F [1.9.10_1130]
Rating: 0 (from 0 votes)

Erstellt am 13. August 2009

Von der Staatswirtschaft zum Wirtschaftsstaat oder Die Demokratie am Abgrund

arton42-1.jpgEigentlich interessiere ich mich nicht besonders für Politik und schon gar nicht für die Wirtschaft. Warum ich hier also über solche Themen schreibe, weiss ich nicht. Doch scheinen mir trotzdem einige Aspekte durchaus diskussionswürdig.
So etwa die stetig wachsende Verwirtschaftlichung des Staates im Gegensatz zur Abnahme der Verstaatlichung der Wirtschaft.

Weiter lesen

VN:F [1.9.10_1130]
Rating: 10.0/10 (1 vote cast)
VN:F [1.9.10_1130]
Rating: 0 (from 0 votes)

Erstellt am 17. Juli 2009

Die Ökonomie killt Visionen

40 Jahre ist es her seit der Verwirklichung einer grossen Vision: die Mondlandung. In den Medien ist dies momentan wieder präsent und dieser Faszination kann auch ich mich nicht entziehen. Und sogleich stellte sich mir die Frage: was ist mit den Visionen von heute? Wo sind diese?
Innovationen gibt es meiner Meinung nach kaum noch. Früher war die Welt voll von verrückter Ideen und Erfindergeist. Aber wenn ich mich so umsehe, ist da heute nur noch eine gähnende Leere.

Weiter lesen

VN:F [1.9.10_1130]
Rating: 0.0/10 (0 votes cast)
VN:F [1.9.10_1130]
Rating: 0 (from 0 votes)